Roadtrip Teil 1 - Kitesurfen in ASERBAIDSCHAN

„Aserbaidschan?!  Wo liegt das denn?  Haben die nicht so viel Öl und Gas? Und war da nicht mal der Eurovision Songcontest?“  So oder so ähnlich waren viele Reaktionen, als wir im Vorfeld  von unserer nächsten Kitereise berichteten. Und tatsächlich waren wir selbst ziemlich gespannt, wie unser Trip ins Land der Feuer und des Windes ablaufen würde. Das kleine Land am kaspischen Meer hat sich nämlich erst in den letzten Jahren dem internationalen Tourismus geöffnet und ist gelinde gesagt immer noch eine sehr außergewöhnliche Reisedestination für Westeuropäer. Dabei benötigt es keinen langen Flug, um das erste Mal Fuß auf aserbaidschanischen Boden zu setzen. Von Berlin und Frankfurt erreicht man die Hauptstadt Baku bereits nach gut 4,5 Stunden per Direktflug.

Insgesamt haben wir drei Wochen eingeplant, um das kleine Land mit großem Potential zu entdecken und zu bekiten. Mit dabei ist unsere prall gepackte Kitebag. Die Waffen der Wahl sind ein 8er und 12er Eleveight FS sowie ein 10er Eleveight RS. Als fahrbare Untersätze haben wir das Process (Eleveight) und das brandneue Horizon von KOLD gewählt. Die großen Schirme haben wir mit Blick auf die Windstatistik zu Hause gelassen.

Video von Blue Planet Kite Beach

In unserer Recherche im Vorfeld des Roadtrips haben wir herausgefunden, dass es bislang nur eine Kitestation in Aserbaidschan gibt. Die Website und Instagram Bilder sprechen für sich. Grund genug für uns, Sam und Flo, dieses Kiteparadies am kaspischen Meer etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Mit dem Mietwagen machen wir uns auf dem Weg von Baku nach Shuraabad zur Kitestation von Blue Planet. Nach etwa einer Stunde Fahrt, immer vorbei an den Bergen des Kaukasusgebirges, sehen wir die ersten Kites am Himmel. Wir fahren über eine brandneue Straße auf die Landzunge, auf welcher sich das Blue Planet Resort befindet, checken ein und gehen zum Spotcheck an den Beach.

Uns bietet sich der Blick auf eine etwa 15 km2 große Lagune mit spiegelglattem Wasser, etwa sieben anderen Kites am Himmel und  konstanten 22-25 Knoten. Besser geht´s nicht! Wir schmeißen uns in Schale, der Shorty reicht, und pumpen die Kites am Kompressor auf. Und dann nichts wie rein ins Wasser! Nach etwa zwei Stunden, ist es Zeit für eine kurze Pause an der Poolbar und ein erstes kleines Resümee: „Hammer! Perfekter Wind, viel Platz und es tut einfach gut wieder auf dem Wasser zu sein.“ Und die  Sunset Session liegt ja noch vor uns. Denn wenn die Sonne langsam hinter der Bergkette untergeht, erstrahlt die Lagune noch einmal ganz besonders und glitzert rot-golden.

Beim Abendessen unterhalten wir uns mit Maik einem anderen Deutschen, der einige Wochen geschäftlich in Baku ist und seine Wochenenden am Spot verbringt. Auch er hatte eine gute Session und schwärmt von der Lagune, die (noch) ein absoluter Geheimtipp ist. Und wenn man mal keine Lust auf die Lagune hat, geht man einfach auf der anderen Seite ins Meer, wo sich je nach Bedingungen eine kleine Welle aufbauen kann.

Wir fragen uns, wer um alles in der Welt die Idee hatte in Azerbaijan ein Kiteresort dieser Ausmaße aufzubauen? Wir lernen Max kennen, ein groß gebauter Österreicher, wie er im Buche steht. Er hat klar alle Fäden in der Hand und gibt Anweisungen über´s Walkie Talkie. Er erzählt uns wie alles begann, wie die Straße gebaut  und Frischwasserleitungen verlegt werden mussten, um das kleine Hotel mit 11 Zimmern und die Station mit Shop, Restaurant und Bar zu errichten. Ein Mammutprojekt in einem Land, das bis dato rein gar nichts mit Kitesurfen zu tun hatte. Doch der Aufwand hat sich gelohnt, mittlerweile wird die Station vor allem an den Wochenenden gut frequentiert. Die Nähe zu Baku spielt da eine wichtige Rolle. Viele Expats, ein paar Urlauber und auch der ein oder andere Azerbaijaner kommen hier über den Tag oder das ganze Wochenende hin, um ausgiebig zu kiten und am Pool zu relaxen. Trotzdem, so versichert uns Max, gibt es nie Platzprobleme auf der Lagune. Den Eindruck teilen wir, nachdem wir gerade fast zwei Stunden allein in den Sonnenuntergang gekitet sind.

Nach einem sehr gelungenen ersten Kitetag machen wir es uns in unserem hochmodernen und gemütlich eingerichteten Zimmer bequem und träumen schon bald von noch mehr Kitesurf Action auf der Lagune von Shuraabad.

Am nächsten Tag bläst es wieder ordentlich. Perfekt für den 10er und 12er und vom Bett auf´s Brett. Selbst jetzt im September ist die Windstatistik noch gut, sodass man mit etwa fünf guten Windtagen pro Woche rechnen kann. In der Hauptsaison von Juni bis August ist fast jeder Tag ein Kitetag. Der Wind bewegt sich meist zwischen 20 bis 25 Knoten, es gibt aber auch einige Ausreißer nach oben. Die gute Windstatistik ist auch so manchem Profi nicht verborgen geblieben, sodass unter anderem schon Ruben Lenten auf der Lagune unterwegs war und für 2020 angekündigt hat mit Youri Zoon zurückzukehren.

Auch wir werden zurückkehren, jetzt geht es aber erstmal in die Berge! Viel Spaß mit unserem nächsten Blog zu Xinaliq, dem höchstgelegensten Dorf Aserbaidschans.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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