Oasis Kite auf Segeltour mit Niederländern & Delfinen

Es ist 11:00 Uhr, die Sonne scheint über den Port de Plaisance bei Houmt Souk. Wir sind eingeladen von Hermen (30 J.) und Marjolein Doornenbal (31 J.) – ein junges Paar aus den Niederlanden. Seit 11 Monaten sind die beiden Lehrer mit Ihrem 48 Jahren alten Segelboot auf hoher See unterwegs. In niederländischen Hafen Almere begann Ihr neues Lebenskapitel mit einer zeitlich unbegrenzten Reise. Seitdem angesteuert – neun Länder mit etlichen Häfen. Unter anderem in England, Frankreich, Spanien, Italien, Marokko und nun auch in Tunesien. Ihre Mission – die Unterstützung von sozialen Projekten.

Ihr Alltag ist stets bestimmt von Wind und Wetter. Maximal 7-9 Knoten fährt das gut erhaltene und gepflegte Segelboot, das Marjolein von ihrem Onkel übernommen hat. Nebenher ist das junge Paar immer wieder auf der Suche nach guten Kitespots. Nun auch auf Djerba. Nur zufällig trafen wir die beiden mit ihren eigenen Klappfahrrädern am Strand. Ein Volleyballspiel, ein Bierchen und jede Menge Gesprächsstoff über Kitesurfen folgten. Nicht mal 24 Stunden später stehen wir nun hier vor ihrem Segelboot und dürfen sie für knapp fünf Stunden von Houmt Souk nach Ajim an Bord begleiten.

Insgesamt ist der Hafen bei Houmt Souk in drei Interessengruppen unterteilt. Es gibt Anlegestellen für circa 80 Fischerboote, 20 touristische Ausflugsboote und 80 Segelboote. Bei Ankunft und beim Verlassen des Hafens zu Törns innerhalb Tunesiens ist nur die An-/Abmeldung bei der GardeNationale erforderlich. Gemeinsam mit Marjolein gehen wir zur Capitainerie. Mit unseren Reisepässen melden wir uns dort an, dass wir von Houmt Souk bis Ajim mit an Bord gehen. Dann geht es endlich los! Hermen führt uns herum, erklärt alle Leinen und zeigt, wie man die Segel setzt. Dann heißt es für uns anpacken und ablegen.

Oasis Kite

Langsam fahren wir durch den Kanal, der in Richtung Meer hinausführt. Die Länge des Kanals beträgt circa 4 sm, die Breite des Kanals misst circa 20-25 Meter. Back- und Steuerbord grüßen uns immer wieder Fischer. Gemeinsam genießen wir die frische Seeluft, während Marjolein und Hermen durch den 3-5 Meter tiefen Kanal steuern. Draußen angekommen setzen wir gemeinsam die Segel und fahren in Richtung Nordwesten um die Insel Djerba. Wir lassen unsere Seelen baumeln. Dann überrascht uns noch Marjolein mit frisch zubereiteten Sandwiches. Besser kann dieser Tag gar nicht mehr werden. Oder? Plötzlich sehen wir Finnen am Horizont. Nein natürlich keine Haie, sondern Delfine, die unserem Segelboot folgen. Wir sind vollkommen überwältigt und können es kaum fassen. Was für ein atemberaubendes Naturschauspiel!

Etwa vier Stunden segeln wir entlang der Küste von Djerba. Dann ist es circa 15:30 Uhr, als wir uns auf der Höhe von der Moschee Sidi Jmor befinden. Hermen und Marjolein beschließen, hier über Nacht zu ankern. Nun müssen wir nur noch irgendwie an Land kommen. Dafür  bereitet Marjolein ein kleines Schlauchboot vor. Matti und Therry paddeln kräftig und nach nur zehn Minuten erreichen wir schon die Küste. Wir verabschieden uns von Marjolein, die daraufhin wieder zurück zum Segelboot paddelt. Was für ein Tag! Was für ein Segelabenteuer!

Ein großes Dankeschön noch einmal an die beiden Weltenbummler, Marjolein und Hermen!