Roadtrip - vom Winterparadies zur Sonneninsel (Tag 1 - 3)

Mit dem Auto nach Tunesien – 2300km über die Alpen und das Mittelmeer, Tipps und Tricks für eine gute Reise

 TAG 1: Endlich geht es los! Es ist der fünfte Februar 2019 um genau 12:12 Uhr. Die letzte Tasche ist im Auto verstaut, die letzte Fahrt zur Deponie gefahren, der Schlüssel der Wohnung stilecht auf dem Penny Parkplatz übergeben und der Tank voll. Vor uns liegen 2300 Kilometer bis zu unserem Ziel: Djerba im Süden Tunesiens. Startpunkt ist das tief verschneite Ruhpolding in Oberbayern. Doch wir haben Glück! Pünktlich zum Roadtripstart zeigt sich der Winter von seiner schönsten Seite und verwöhnt uns mit strahlendstem Sonnenschein. Die erste Etappe ist daher denkbar angenehm zurückzulegen. Es geht ins nahe gelegene Innsbruck. Hier in Österreich werden wir gebührend von alten Freunden in Empfang genommen, die uns den Tipp des Tages geben, mit der Nordkettenbahn hoch hinaus zur Seegrube (1905m) zu fahren. Gesagt, getan! Der Ausblick und das obligatorische Weizen, sprechen denke ich mal für sich. Am Abend ging es dann noch durch die Innsbrucker Innenstadt, die mehr als nur eine gute Bar zu bieten hat.

Gut zu wissen:

  • Obligatorische Auto Vigniette für Österreich (9,20 Euro, gültig für 10 Tage)
  • Fahrt mit der Nordkettenbahn zur Seegrube (27,40 Euro pro Person), teuer aber an einem sonnigen Tag absolut geniale Aussicht
  • Bartipp in Innsbruck: „Moustache“

TAG 2: Heutige Tagesmission ist die Überquerung des Brenners. Nachdem hier erst vor wenigen Tagen eine Lawine dafür gesorgt hatte, dass mehrere Hundert Autofahrer in ihren Fahrzeugen nächtigen mussten, sind wir gespannt, auf das was uns erwartet. Aber nichts. Wieder strahlender Sonnenschein und eine unbeschwerte Fahrt bis ins italienische Dörfchen Pozzolengo an der Südspitze des Gardasees. Hier wollen wir zwei Tage verbringen, um etwas vom Umzugsstress der Vorwochen zu verschnaufen. Dolores, unser AirBnB Host, empfängt uns italienisch herzlich und zeigt uns im Haus herum. Soweit so normal. Doch dann die Überraschung, unser Zimmer befindet sich nicht im Haus, sondern im angrenzenden Hotel. AirBnB Jackpot? Naja wie man möchte, das dreigeschossige Hotel mit etwa 60 Zimmern haben wir nämlich für uns allein, ganz allein. An der spärlich beleuchteten Rezeption hängen noch immer fein säuberlich die Zimmerschlüssel aufgereiht. Zimmer 221 soll es also für uns sein. Warum gerade dieses Zimmer bei einer Auswahl von 60 Zimmern bleibt das Geheimis von Dolores. Wir fahren mit dem Fahrstuhl hoch in den zweiten Stock und gehen durch den etwas muffigen Flur zu unserem auserwählten Zimmer. Ein Doppelbett, ein kleiner Fernseher, Kühlschrank, Heizung, alles okay. Doch die Führung geht weiter „Hier wird das Wasser nicht warm“, sagt Dolores und führt uns den angestaubten Flur entlang in das wenige Meter entfernte Zimmer 219. „Ihr könnt die Dusche hier benutzen“. Okay, also so beginnt nun wirklich jeder schlechte Horrorfilm: Junges Paar kommt ins leerstehende Hotel und wird scheinbar zufällig getrennt (Im  Hintergrund schmeißt schon jemand die Kettensäge an). Naja die Nacht haben wir überlebt. Das Frühstück am nächsten Morgen war dafür phänomenal, inklusive noch warmen, frisch gebackenen Kuchen.

Gut zu wissen:

  • Bereitet euch schon mal seelisch auf die horrende Autobahnmaut in Italien vor oder fahrt, wenn ihr Zeit habt über die Landstraßen. Das ist allemal idyllischer.
  • Nochmal vor der Grenze in Österreich tanken, Sprit ist in Italien deutlich teurer.
  • Pozzolengo liegt zwar etwa 10km vom Gardasee entfernt, dafür kann man hier etwa 50% günstiger übernachten, mit dem Auto seid ihr eh schnell am See.

TAG 3: Gut gestärkt geht es los zum nahegelegenen Lago di Garda, genauer gesagt in den kleinen Ort Sirmione, der im Sommer furchtbar überlaufen, aber jetzt in der Nebensaison ein absoluter Traum ist. Die Festung und der See selbst bieten bei frühlingshaftem Wetter beste Foto Bedingungen: It´s  Go Pro Time!

Gut zu wissen:

  • Je näher man dem historischen Zentrum kommt, desto teurer wird es, das Auto abzustellen. Deshalb vorher parken und ein paar Meter reinlaufen.
  • Es gibt ein Kombiticket für die Eintritte in die Festung und die „Grotte di Catullo“. Der Name ist hier etwas irreführend, da es sich nicht um eine Grotte sondern ein altes Herrenhaus handelt.